Investment Management Software für Versicherungen

Investment Management Software für Versicherungen ist eine Plattform, mit der Versicherer ihre Kapitalanlagen steuern, verbuchen, überwachen und gegenüber Aufsicht und Rechnungswesen ausweisen. XENTIS von Profidata vereint diese Aufgaben front-to-back in einem einzigen System: vom gebundenen Vermögen nach revidierter Aufsichtsverordnung über Private Markets und Obligationen bis zur Kapitalanlagebuchhaltung nach Swiss GAAP FER, OR und IFRS 9.

In der Schweiz vertrauen unter anderem Mobiliar und Pax auf XENTIS. Sie verwalten damit ein Vermögen, an das höchste Ansprüche an Sicherheit gestellt werden, denn es deckt die Leistungsversprechen gegenüber den Versicherten.

XENTIS für Versicherer auf einen Blick

Anforderung

Was XENTIS leistet

Vermögensstruktur
Gebundenes und freies Vermögen (Schweiz) sowie Sicherungsvermögen und Sonstiges gebundenes Vermögen (Deutschland) in einer konsistenten Portfolio- und Mandatsstruktur
Anlageklassen
Obligationen, Aktien, Fonds und Private Markets auf einer Plattform, illiquide Anlagen über das Alternative-Investments-Modul
Regulierung
Abbildung der Vorgaben der revidierten AVO zum gebundenen Vermögen
Rechnungslegung
Parallele Buchhaltung nach Swiss GAAP FER, OR und IFRS 9 auf Basis derselben Transaktionen
Integration
Übergabe von Bilanz- und Erfolgsrechnungskonten an SAP über offene Schnittstellen und die Skriptsprache FINAL
Compliance
Integriertes Investment-Compliance-Modul für regulatorische, vertragliche und interne Anlagevorgaben
Betrieb
On-Premise, in der Profidata Private Cloud Xcloud oder ergänzt durch Managed Business Services

Was Versicherer von einer Kapitalanlage-Software verlangen


Kaum ein institutioneller Investor bewegt sich in einem so dichten Geflecht aus Vorgaben wie ein Versicherer. Die Kapitalanlagen der Versicherungsunternehmen in der Schweiz beliefen sich Ende 2023 auf 560,8 Milliarden Franken, rund 230 Milliarden davon in festverzinslichen Wertpapieren. 2025 stieg der Gewinn aus Kapitalanlagen laut FINMA-Versicherungsmarktbericht um 47,6 Prozent auf 24,8 Milliarden Franken, die Kapitalanlagerendite kletterte von 3,37 auf 5,00 Prozent.

Mit dem Volumen wächst der Anspruch an die Systeme. Die Aufsichtsverordnung verlangt, dass Versicherer nur in Vermögenswerte investieren, deren Risiken sie hinreichend bewerten, überwachen, steuern und in ihre Berichterstattung einbeziehen können. Dieser Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht, international als Prudent Person Principle bekannt, ist im Kern eine Anforderung an die Datenqualität: Wer seine Anlagen nicht vollständig und jederzeit nachvollziehbar abbildet, kann ihn nicht erfüllen.

Eine Investment Management Software für Versicherer muss deshalb fünf Dinge zugleich leisten:

  • Vermögensstruktur: Gliederung nach den aufsichtsrechtlichen Vermögensteilen.
  • Anlageklassen: liquide und illiquide Anlagen auf einer gemeinsamen Datenbasis.
  • Rechnungslegung: dieselben Transaktionen, ausgewiesen nach mehreren Standards.
  • Compliance: Überwachung der Anlagevorgaben vor und nach jedem Geschäft.
  • Integration: nahtlose Einbindung in Hauptbuch und Reporting.

Investment Management Software für Versicherungen

Seit dem 1. Januar 2024 gelten das revidierte Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und die revidierte Aufsichtsverordnung (AVO). Das FINMA-Rundschreiben 2016/5 «Anlagerichtlinien – Versicherer» wurde per 1. September 2024 aufgehoben. An die Stelle detaillierter Anlagerichtlinien tritt die Eigenverantwortung der Versicherer.

Für das gebundene Vermögen bedeutet das: Werte aus der Standardliste nach Art. 79 Abs. 2 AVO dürfen ohne Weiteres zugewiesen werden. Für alle anderen Werte braucht ein Versicherer eine von der FINMA genehmigte unternehmenseigene Liste nach Art. 79 Abs. 1 AVO. Die Übergangsfrist für bisher zugewiesene Werte endet am 4. Januar 2027. Zugleich hat die Revision den Einsatz von Derivaten im gebundenen Vermögen verschärft, mit direkten Folgen für kollektive Kapitalanlagen.

Die FINMA kontrolliert die Einhaltung der Anlagevorschriften grundsätzlich jährlich. Lagert ein Versicherer die Vermögensverwaltung aus, bleibt er dennoch selbst verantwortlich.

XENTIS bildet die Vorgaben der revidierten AVO zum gebundenen Vermögen ab. Die Plattform trennt zwischen Instituts- und Mandatsebene und ordnet jedem Mandat Portfolios zu, die den aufsichtsrechtlichen Vermögensteilen entsprechen. Für Gruppen mit Gesellschaften in der Schweiz und in Deutschland bildet XENTIS beide Begriffswelten nebeneinander ab.

In der Schweiz unterscheidet das Aufsichtsrecht nach VAG und AVO zwischen dem gebundenen Vermögen, zu dem auch separate gebundene Vermögen etwa für die berufliche Vorsorge gehören, und dem freien Vermögen. In Deutschland gliedert sich das gebundene Vermögen nach VAG und HGB in das Sicherungsvermögen und das Sonstige gebundene Vermögen, daneben steht auch hier das freie Vermögen.

Die Vermögensteile lassen sich zu beliebigen Gruppen zusammenfassen und auf jeder Hierarchiestufe konsolidiert auswerten.

Versicherer investieren seit Jahren verstärkt in illiquide Anlagen wie Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien, und der Trend hält an. Diese Anlagen folgen eigenen Regeln: Kapitalzusagen werden schrittweise abgerufen, Bewertungen treffen quartalsweise und mit Verzögerung ein, Ausschüttungen sind unregelmässig.

XENTIS verwaltet diese Anlagen über das Alternative-Investments-Modul in derselben Umgebung wie das traditionelle Portfolio. Damit fliessen sie ohne Medienbruch in Compliance, Buchhaltung und Reporting ein.

Zugleich halten Versicherer traditionell einen weit höheren Anteil an Obligationen als klassische Asset Manager. XENTIS verbucht Corporate Actions wie Couponzahlungen automatisch und berechnet aufgelaufene Zinsen ohne manuelle Eingriffe. Gerade bei grossen Anleiheportfolios entfällt so ein erheblicher Teil der täglichen Routinearbeit.

Viele Versicherer müssen ihre Kapitalanlagen nach mehreren Rechnungslegungsstandards ausweisen: statutarisch nach Obligationenrecht (OR), nach Swiss GAAP FER und, in internationalen Gruppen, nach IFRS 9. Werden die Transaktionen dafür mehrfach erfasst, steigen Aufwand und Fehlerrisiko mit jedem Standard.

XENTIS arbeitet mit einem transaktionsbasierten Buchhaltungssystem. Jedes Geschäft wird einmal erfasst. Daraus erzeugt die Plattform Bilanzen und Erfolgsrechnungen nach jedem geführten Standard. Kontenpläne lassen sich kundenspezifisch parametrisieren, sodass die Struktur des Hauses abgebildet wird statt einer Standardvorlage.

Die Bilanz- und Erfolgsrechnungskonten übergibt XENTIS an das Hauptbuch, typischerweise SAP. Möglich machen das die offenen Schnittstellen der Plattform und die XENTIS-Skriptsprache FINAL, mit der sich die Übergabe exakt an die Prozesse des Versicherers anpassen lässt.

Das integrierte Investment-Compliance-Modul überwacht regulatorische, vertragliche und interne Anlagevorgaben. Prüfungen laufen ex ante, bevor eine Order ausgeführt wird, und ex post auf den Beständen. Mögliche Verstösse fallen so auf, bevor ein Geschäft abgeschlossen ist, und nicht erst in der Quartalsprüfung.

Für das regulatorische Reporting nutzt XENTIS die Skriptsprache FINAL. Bei Profidata beobachtet eine dedizierte Abteilung laufend das regulatorische Umfeld und entwickelt die entsprechenden Reports. Neue Vorgaben gelangen so als Teil der Plattform zu den Kunden, statt als Einzelprojekt bei jedem Versicherer.

Front-to-Back statt Schnittstellenlandschaft


Der grösste Vorteil von XENTIS liegt in der durchgängigen Integration. Von der Verwaltung und Analyse der Kapitalanlagen über Orderausführung und Compliance bis zu Buchhaltung und Reporting laufen alle Prozesse in einem System und auf einer gemeinsamen Datenbasis. XENTIS lässt sich on-premise betreiben oder in der Profidata Private Cloud Xcloud. Wer zusätzlich operative Aufgaben auslagern möchte, ergänzt die Plattform mit den Managed Business Services von Profidata, etwa für Schattenbuchhaltung, Investment Compliance oder Reporting.

Mehrere Spezialsysteme

XENTIS als integrierte Plattform

Datenbasis: Bestände werden in jedem System separat geführt und abgeglichen
Datenbasis: eine Quelle für Portfolio Management, Compliance, Buchhaltung und Reporting
Anlageklassen: Private Markets oft in eigener Lösung oder Tabellenkalkulation
Anlageklassen: traditionelle Anlagen und Private Markets in derselben Umgebung
Rechnungslegung: mehrfache Erfassung je Standard
Rechnungslegung: einmalige Erfassung, Ausweis nach mehreren Standards
Regulatorik: Anpassungen in mehreren Systemen
Regulatorik: Anpassungen zentral in der Plattform
Betrieb: viele Schnittstellen, viele Verantwortlichkeiten
Betrieb: ein System, ein Partner

Welche Versicherer auf XENTIS setzen


In der Schweiz arbeiten mehrere Versicherer mit XENTIS, darunter Mobiliar und Pax. Profidata kennt damit die Anforderungen des Schweizer Versicherungsmarkts aus der täglichen Praxis, von der Struktur des gebundenen Vermögens bis zur statutarischen Rechnungslegung.

Mobiliar. Mobiliar Asset Management führte XENTIS ein, um Versicherungs-, Vorsorge- und Fondsgeschäft in einem einzigen System zu verwalten. Zum Zeitpunkt der Einführung betreute die Gesellschaft damit rund 20 Milliarden Franken.

Pax. Pax Asset Management entschied sich 2022 für XENTIS und betreibt die Plattform in der Profidata Private Cloud Xcloud.

«Für uns war es von Beginn an wichtig, sicherzustellen, dass ein derartiges Projekt, das zweifelsfrei seine Risiken birgt, innerhalb der von uns gesteckten zeitlichen Vorgaben und des Kostenplans abgeschlossen werden kann. Wir sind überzeugt, mit dem Team von Profidata den richtigen Geschäftspartner hierfür gefunden zu haben.» – Markus Baumgartner, Leiter Portfolio Management, Pax Asset Management

Auch über die Schweiz hinaus arbeiten Versicherungsgruppen mit Profidata, darunter Utmost in Luxemburg und HM Trust aus der HanseMerkur-Gruppe. 2026 war Profidata bei den Insurance Investor European Awards in drei Kategorien als Finalist nominiert, darunter Investment & Portfolio Management Technology of the Year.

«Versicherer entscheiden sich für uns, weil XENTIS ihre Anforderungen in einem einzigen System erfüllt: gebundenes und freies Vermögen, Private Markets und Obligationen, Buchhaltung nach Swiss GAAP FER und OR ohne doppelte Transaktionen sowie die Übergabe an SAP. Alles läuft front-to-back auf einer Plattform.» – Roger Wildi, CEO von Profidata

FAQ: Investment Management Software für Versicherungen

Eine Plattform, mit der Versicherer ihre Kapitalanlagen steuern, verbuchen, überwachen und gegenüber Aufsicht und Rechnungswesen ausweisen. Im Unterschied zu Software für Bestandsführung oder Vertrieb betrifft sie die Aktivseite der Bilanz. XENTIS von Profidata deckt diese Aufgaben front-to-back in einem System ab.

XENTIS ordnet jedem Mandat Portfolios zu, die den aufsichtsrechtlichen Vermögensteilen entsprechen, und bildet die Vorgaben der revidierten AVO zum gebundenen Vermögen ab. In Gruppen mit deutschen Gesellschaften führt die Plattform zusätzlich Sicherungsvermögen und Sonstiges gebundenes Vermögen.

Werte ausserhalb der Standardliste nach Art. 79 Abs. 2 AVO dürfen dann nur noch dem gebundenen Vermögen zugewiesen bleiben, wenn die FINMA eine unternehmenseigene Liste nach Art. 79 Abs. 1 AVO genehmigt hat. Versicherer müssen deshalb genau wissen, welche ihrer Werte auf welcher Liste stehen.

Ja. Das transaktionsbasierte Buchhaltungssystem erfasst jedes Geschäft einmal und weist Bilanz und Erfolgsrechnung nach Swiss GAAP FER, statutarisch nach OR und nach IFRS 9 aus, ohne Transaktionen zu duplizieren.

IFRS 17 regelt die Bewertung von Versicherungsverträgen, also die Passivseite der Bilanz, und wird in aktuariellen Systemen geführt. XENTIS deckt die Kapitalanlageseite ab, insbesondere nach IFRS 9.

Ja. Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien laufen über das Alternative-Investments-Modul in derselben Umgebung wie Obligationen, Aktien und Fonds. Couponzahlungen und aufgelaufene Zinsen verbucht XENTIS automatisch.

XENTIS übergibt Bilanz- und Erfolgsrechnungskonten an das Hauptbuch, typischerweise SAP. Dafür nutzt die Plattform offene Schnittstellen und die eigene Skriptsprache FINAL.

In der Schweiz setzen unter anderem Mobiliar und Pax auf XENTIS. International arbeiten unter anderem Utmost in Luxemburg und HM Trust aus der HanseMerkur-Gruppe mit Profidata.

Ja. XENTIS läuft on-premise oder in der Profidata Private Cloud Xcloud. Ergänzend übernehmen die Managed Business Services von Profidata operative Aufgaben wie Schattenbuchhaltung, Investment Compliance oder Reporting.

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Ob gebundenes Vermögen nach revidierter AVO, Private Markets oder Buchhaltung nach mehreren Standards: Unsere Spezialistinnen und Spezialisten zeigen Ihnen, wie XENTIS die Kapitalanlagen Ihres Versicherungsunternehmens front-to-back abbildet.

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